Gronau aktuell

Doris Ströing übernimmt die Leitung des Jugendamtes

02.01.2013 Auszug aus den Westfälischen Nachrichten vom 28.12.2012 - Bericht von Frank Zimmermann

Doris Ströing ist heute noch Fachdienstleiterin für die Volkshochschule und die Stadtbücherei. Wenn sie im nächsten Jahr zur Arbeit kommt, darf sie nicht der Verlockung widerstehen, mal schnell in der Stadtbücherei nach dem rechten zu sehen. Stattdessen muss sie ihr altes Wirkungsfeld links liegen lassen und nach rechts zu Aufzug oder Treppenhaus abbiegen. Denn ab dem 1. Januar ist Ströing neue Leiterin des Jugendamts mit den drei Fachdiensten Jugendarbeit und -förderung, Erziehungs- und Familienhilfen sowie Finanzcontrolling/Verwaltungsaufgaben. Und das ist nicht alles. Auch der bisher selbstständige Fachdienst Schule und Sport gehört künftig zu Ströings Aufgabengebiet. Insgesamt trägt sie damit die Verantwortung für 116 Mitarbeiter – vom Sozialarbeiter bis zum Hausmeister.

„Wir stellen uns hier neu auf: Es ist sinnvoll den Fachdienst Jugend mit Schule und Sport zu verknüpfen, weil diese Bereiche inhaltlich ohnehin immer weiter zusammenwachsen“, begründet Sandra Cichon, Erste Beigeordnete, diese Umstrukturierung innerhalb der Stadtverwaltung. Cichon war bislang selbst Leiterin des Jugendamtes. „Eine nicht ganz glückliche Situation“, wie sie einräumt, denn als Sozialdezernentin ist sie auch für die Kontrolle des Jugendamts zuständig. Die Neuordnung ist ein erster Schritt auf einem längeren Weg. Anstoß hat unter anderem eine Überprüfung durch das Rechnungsprüfungsamt gegeben. Weitere Weichen könnten auch durch eine externe Organisationsprüfung, die Mitte 2013 abgeschlossen werden soll, sowie die oder den neuen Bürgermeister/-in gestellt werden.

Sie verlasse die Erwachsenenbildung mit einem weinenden Auge, sagte Doris Ströing, als sie im Rathaus als neue Jugendamtsleiterin vorgestellt wurde. Im Gespräch wurde aber auch deutlich, dass sie sich auf die neue Aufgabe schon intensiv vorbereitet hat. Angesprochen auf teure Heimunterbringungen sagt sie: „Mit Frühen Hilfen versucht man, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Es ist in der Literatur ja eindeutig nachgewiesen, dass die ersten drei Lebensjahre extrem wichtig sind. Je eher wir da hilfreich unterwegs sind, je besser können wir verhindern, dass Kinder aus den Familie genommen werden müssen.“ – Da spricht schon eine Jugendamtsleiterin.

Dass sie keine einschlägige Ausbildung absolviert hat – zum Beispiel ein Studium der Sozialarbeit – empfindet Ströing nicht als Problem: Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, hat sich dann aber aufgrund der Arbeitsmarktlage in den 1970er-Jahren dagegen entschieden. „Ich war mir aber immer treu und die Verwaltung hat mir immer Chancen gegeben, mich als Dozentin zu verdingen und im Bildungs- und Kulturbereich unterwegs zu sein.“ Relevante Berufserfahrungen kann sie reihenweise aufzählen.

Erste konkrete Schritte hat sich Doris Ströing auch schon überlegt: Sie will mit allen Mitarbeitern sprechen, nachfragen, „wo der Schuh drückt“. Die Arbeit im Jugendamt gehe mit einer psychologischen Belastung einher, die man nicht unterschätzen dürfe. „Und nur Mitarbeiter, denen es gut geht, können auch gute Arbeit leisten“, sagt Ströing. Die Teams ihrer Fachbereiche will sie dahin bringen, dass sie „den Bürgern auf Augenhöhe und mit Respekt“ begegnen. Dass das klappt, steht für Ströing außer Frage: „Das Gronauer Jugendamt ist viel besser als sein Ruf. Da arbeiten viele sehr gute Leute.“
Außerdem soll das Jugendamt auch optisch einladender werden: eine einheitliche Möblierung schon auf dem Flur, Vornamen auf den Türschildern und ein Topf Farbe für die Wände. Deutlich wird, das Doris Ströing vor Ideen für die neue Aufgabe nur so sprüht.

© Westfälischen Nachrichten - Frank Zimmermann

Foto: Doris Ströing (r.) hat schon neue Bilder für ihr Büro im Jugendamt ausgesucht. Sandra Cichon, Erste Beigeordnete, unterstützt ihre neue/alte Mitarbeiterin beim Aufhängen.
(Auszug aus den Westfälischen Nachrichten vom 28.12.2012)

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